Advaita auf dem Uni Lehrplan
1 Comments Published by Madhukar Organisation on Dienstag, 12. Juni 2007 at 16:48.Es ist der 24.Mai 2007, 20 Uhr in Tübingen:
Die 53 Absolventen des Leibniz-Kollegs sind gespannt: Ungewöhnlicher Besuch zur Abendveranstaltung. Einer der Studenten hat Madhukar eingeladen zum wissenschaftlichen Kolloquium.
Die 53 Absolventen des Leibniz-Kollegs sind gespannt: Ungewöhnlicher Besuch zur Abendveranstaltung. Einer der Studenten hat Madhukar eingeladen zum wissenschaftlichen Kolloquium.
Thema: Advaita, die Lehre der Nicht-Dualität.

Reges Treiben im Vorraum. Auf der Sitzgruppe lebendige Diskussion über die neuesten Filme, über die besten Filme, über Lieblingsfilme. Gemeinsames Wohnen und Arbeiten unter einem Dach lautet hier die Devise. Vielbeschäftigte nehmen jetzt noch schnell vor der Veranstaltung ihre Mahlzeit ein. Andere helfen mit, Tische und Stühle an den richtigen Platz zu bringen. Eben wurde darin noch getanzt, jetzt gelüftet und umgebaut.
Mit kurzer Hose, T-Shirt und Mütze betritt ein stattlicher Herr mit seiner Begleiterin die Räume des Kollegs und macht Witze über Fußball. Die Studenten sind noch nicht bereit für die Botschaft von Madhukar: Hier beginnt alles 15 Minuten später – die akademische Viertelstunde.
„Was braucht er denn von den Utensilien, die wir für die Redner hier vorrätig haben? Ein Stehpult? Die Leinwand? Den Overheadprojektor? Einen Stuhl? Flipchart?“ Die Assistentin grinst: „Am liebsten einen Sessel und ein Glas Wasser.“
Mit einer Fabel beginnt er seinen Vortrag. Mit der Fabel von dem Löwen, der in Indien bei einem Wäscher aufgezogen wird, zusammen mit den Eseln. Mit der Fabel von dem Löwen, der meint, ein Esel zu sein.
Wie beiläufig streift Madhukar seine Schuhe ab und setzt sich im Sessel bequem in den Schneidersitz. Es sei kein traditioneller Satsang heute, sonst hätte er nicht mit Reden begonnen, sondern mit Schweigen. Noch eine kurze Erklärung, was unter Advaita zu verstehen ist und dass er eigentlich gar keine Botschaft hätte.
Er erzählt von dem indischen Weisen Sri Ramana Maharshi, der nach jahrelangem Schweigen die Frage eines Suchenden damit beantwortete, dass er mit einem Stöckchen in den Sand schrieb: „Weil jeder glücklich sein will.“
Dann lädt er die Gruppe zum gemeinsamen Schweigen ein. Auch hier nicht der gewohnte „Om“ – Laut als Abschluss der kurzen Stille, sondern ein deutlich hörbares Wort. Dann liest er aus seinem neuen Buch Einssein.
Die Fragen der Studenten werden nicht weniger. Was er denn zur Moral zu sagen hätte. Ob er seinen Weg beschreiben könne. Was er denn eigentlich geplant hätte heute zu sagen wenn ihn die Studenten nicht davon abgebracht hätten mit ihren vielen Fragen. Was er zu dem vielen Leid zu sagen hat, das es auf der Welt gibt. Was ein Erwachter so macht den ganzen Tag. Warum er sich der Quantenphysik und der Hirnforschung bediene um Erfahrungen zu beschreiben.
„Ich sehe, Ihr Interesse wird immer größer. Ich muss heute Abend noch weiter reisen. Zwei Ihrer Fragen kann ich noch beantworten.“ Gesagt, getan - nach großem Beifall macht sich Madhukar wieder auf den Weg. Der Alltag hat die Studenten wieder: Das verpasste Essen nachholen, den Liebsten treffen auf der Treppe, Komplimente zwischen Tür und Angel: „Irgendwie siehst Du heut’ ziemlich gut aus.“
Die Studenten des Leibniz Kollegs sind es gewohnt, über den Tellerrand zu schauen. Es hat sich auf die Fahnen geschrieben, jedes Jahr ca. 50 Studierenden als Einstieg ins wissenschaftliche Arbeiten Einblicke in eine Vielzahl akademischer Fächer zu bieten. Interdisziplinäres Arbeiten, ein breites Wissensspektrum, Flexibilität und Dialogbereitschaft zählen zu den Devisen der universitätsnahen Einrichtung, die in Deutschland einmalig ist.
Autorin: Shivani
Labels: Erfahrungsberichte
1 Kommentare zu “Advaita auf dem Uni Lehrplan”
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Hey, Super-Text.
Wäre gern dabei gewesen. So was sollte es an mehreren Unis geben. Seminare dieser Art, würde ich mit Vorliebe besuchen. Einen geistigen Orgasmus mal ganz anders erleben, durch das Wissen hinterm Wissen. Tolle Idee.