Dolce Vita, Italien, 2012

Geliebter Madhukarji,

während ich durch diese wunderbare Region der Toskana fahre mit ihrem besonderen Licht und der facettenreichen Landschaft wird mir bewusst, wie viel Schönheit ich erfahre. Es berührt mich. Ich erlebe überfließende Dankbarkeit und Gnade in diesen Tagen, in denen ich in Ihrer Präsenz bin, umgeben von der Sangha, alles fließt von selbst, wie ein natürlicher Strom. Das ist es, was ich die ganzen Jahren immer wieder erfahre, und es ist ein Wunder für mich, wie diese Schönheit von Ihnen, von dem Selbst „erschaffen“ wird. Ich bin tief berührt von den herzlichen Menschen, die dieses Jahr von überall kamen, um Guru Purnima hier im Dolce Vita in Italien zu feiern.

Viele Wunder geschahen seit ich Sie traf:

1. Das erste Wunder war die Begegnung mit Ihnen während meiner Semesterferien in Indien:
1999 reiste ich in meinen Semesterferien nach Nepal & Indien. Der Grund dieser Reise war eine „innere“ Suche, die Suche nach Frieden in mir, um mich nicht mehr von Angst oder Unsicherheit regieren zu lassen. Nach einem wunderschönen Trekking zum Mount Everest im Himalaya reiste ich weiter nach Indien, und dort traf ich Sie in der allerersten Nacht in Poona!
Ich war beeindruckt von Ihrer strahlenden Erscheinung. Kurz danach ging ich nach Goa, ich fühlte einfach, dass Poona nicht der richtige Ort für mich ist.
Als erstes traf ich im Bus Sunyat, der über Sie sprach, und in Goa begegnete ich Ihnen wieder und wieder, und Sie luden mich zum Satsang ein.
Seit damals sind sehr viele Dinge geschehen, schöne, kraftvolle und auch schmerzhafte Erfahrungen. Es gab viel Rastlosigkeit und Widerstand in mir, was jedoch mit der Zeit vollkommen verschwand.

2. Ihre Klarheit und Direktheit, mit der Sie immer wieder darauf verwiesen, dass wir bereits frei sind, war auf meiner „spirituellen Suche“ eine sehr wichtige Botschaft für mich. Dies erlebte ich in Ihrer Präsenz, und erlebe es immer noch.
Niemals zuvor erfuhr ich diese Stille, diese Liebe, dieses Vertrauen, in mir selbst zu ruhen. Diese Klarheit beendete meine spirituelle Suche und bewirkte, dass ich mich in Sie verliebte.

3. Bevor ich Ihnen begegnete hatte ich eine Hautkrankheit, Psoriasis. Seit ich am Satsang teilnehme, ist sie vollkommen verschwunden.

4. Seit ich im Satsang und in Retreats mit Ihnen bin, gelingt es mir, sehr oft in Ihrer Präsenz zu sein, und die Menschen auf meinem Arbeitsplatz wundern sich immer, wie ich es bewerkstellige so oft in Urlaub zu sein! Es geschieht einfach!

5. In Ihrer Präsenz erfahre ich, das Leben zu leben, Lebensfreude, tanzen, lieben und zu leuchten!

6. Ich fühle mich getragen und behütet! Seit ich Ihnen begegnete, erfahre ich so viel Schönheit, Stille, Frieden, Freude und Liebe in meinem Leben!

7. Im Laufe der Jahre ruhe ich mehr in mir selbst. In manchen Augenblicken fühle ich immer noch Angst und Unsicherheit in mir, und doch bin ich imstande gleichzeitig auch tiefer zu schauen.

Ich sehne mich danach, tiefer in die Stille zu sinken und im Frieden zu bleiben ungeachtet jeglicher Umstände: zu vertrauen, zu lieben und still zu bleiben.

Geliebter Madhukarji, Danke für Ihre Führung!
Liebe aus einem tanzenden Herzen.

In Liebe, Gnade & Dankbarkeit,

Pranava Lohita

DIVINE PARADISE RETREAT WITH MADHUKARJI 2009

Satsang in Divine Paradise. Niemals zuvor habe ich eine solch großartige Natur erlebt wie auf den Andamanen. Eine solche Pracht, solche Schönheit, überall und jeden Augenblick. In den Dschungelblüten, die überall blühen, in den Myriaden von Grün, in den Klängen des Dschungels, im Gesang der Vögel. Schönheit überall um mich herum und durch mich hindurch.

Die Luft ist so zart und mild, dass jeder Atemzug eine Liebkosung ist. Umschmeichelt warm und sanft die Haut. Auf den Andamanen ist die Luft und das Meer ein einziger Ozean der Liebe.

Ich verbrachte Stunden in diesem Meer, wollte gar nicht mehr heraus. Solch warmes weiches Wasser! Lieblich, zart und süß. Liebevoll! Und was für ein Blick, wenn man vom Meer auf den Strand schaut!! Auf diesen wilden freien Urwald. Nie hätte ich geglaubt, dass Dschungel so klar sein kann.

Schwimmen früh am Morgen, im ersten Tageslicht! Da ist das Meer besonders weich und warm und der Strand glitzert. Von den Hütten zum Meer läuft man nur ein paar Minuten. Der Weg führt durch eine grandiose Natur, durch einen Urwald der besonderen Art. Jedes mal aufs Neue eine Offenbarung. Da stehen diese gigantischen Bäume, mehr als 600 Jahre alt. Sie stehen da, riesig, kolossal und still im Morgenlicht. Wunderbar in ihrer eigenen absoluten Schönheit. Atemberaubend. Strahlend im Sonnenlicht. Jedes mal aufs Neue so unglaublich, so ein Erstaunen darüber, dass so etwas existiert! Und sehr still und leise, ganz früh am Morgen, ziehen die Elefanten durch diesen Wald, sanft und friedvoll schreiten sie durch diesen majestätischen großartigen Urwald.

Der weiße Sandstrand ist weit, lang und leer. Er bietet viele wunderschöne Plätze, unter diesen mächtigen Bäumen im Schatten zu liegen. Weiter oben, nicht weit zu laufen, gibt es eine Lagune mit dem schönsten türkisfarbenen Wasser. Es leuchtet. Ich bin hindurch geschwommen, um auf die andere Seite zu gelangen. Dort ist der Strand nur noch ganz schmal, es geht weiter und weiter, über ausgewaschene Baumstämme hinweg und durch bizarres Geäst, bis hin zu dem Ort, wo der Dschungel in den Ozean fällt.

Überall am Strand gibt es Plätze voller kleiner Einsiedlerkrebse, in einer unbeschreiblichen Vielfalt an Formen und Farben. Es ist ein solches Entzücken zu beobachten, wie sie tapfer ihre kleinen Häuser über alle Hindernisse hinweg zu einem Ziel tragen, dass wohl nur sie kennen. Für sie gibt es keine Grenzen. Und keiner von ihnen sieht aus wie der andere. So farbenprächtig! So lebendig! So ein Wunder.

Und es gibt andere Plätze, die sind voller Muschelschalen, weiß glänzend auf dem weißen Sand, sie glühen in der Sonne, bedecken blankgewaschene Felsen und füllen geheime Nischen.

Das größte Wunder in dem Retreat Divine Paradise war der Blick in mein eigenes Gesicht im Spiegel. Meine Augen zu sehen, so weich und zart wie niemals zuvor. Die Süße und die Lieblichkeit von Divine Paradise sah aus ihnen heraus. Immer noch. Für immer. Was für ein Segen.

[Divine Paradise Retreat 2010: 12.-22. März. Anmeldungen bitte bis 30. September 2009. Zum Anmelden und für weitere Informationen bitte Lohita kontaktieren: Telefon: +31611380835 Email: lohita@madhukar.org]

Bericht von unserem Juli Retreat “Summer of Love” in Schweden

Kära vänner,

För andra året i följd anordnades ”Summer of Love” med Madhukar på Hällungen kursgård. Vi var tjugofem deltagare som mötte upp för en veckas retreat på denna vackra och inbjudande plats vid sjön Hällungen. Det blev en härlig vecka med djup stillhet, frågor och klargörande dialoger i en anda av både humor och allvar.
Vi tog härliga promenader i den omgivande naturen. Den vegetariska maten var både god och hälsosam. Det trevliga bemötandet av de som arbetar på kursgården gjorde att vi snart kände oss som hemma. Satsang betyder möte i sanning och vi blev alla djupt berörda av den innerlighet som uppstår i mötet med Madhukar. Han återkommer ständigt till att vad vi innerst inne är, är obegränsad frihet och lycka. Detta är inte bara en vacker filosofisk idé utan ett verkligt faktum. Den hängivne sökaren kan nå insikt genom att ställa sig frågan „vem är jag?” Vid slutet av retreaten lyste allas ögon av glädje och lycka.

Schon das zweite Jahr fand jetzt das Retreat “Summer of Love” mit Madhukar in Hällungen kursgård an der schwedischen Westküste statt. 25 Teilnehmer trafen sich für eine Woche an diesem schönen und einladenden Platz am See Hällungen. Es war eine wunderbare Woche mit tiefem Frieden, Fragen und klärenden Dialogen, die zugleich humorvoll und auch ernst waren. Wir unternahmen herrliche Spaziergänge in die umliegende Natur mit ihren stillen Wäldern. Das vegetarische Essen war sehr schmackhaft und gesund und die Leute, die am Retreatort arbeiteten, hießen uns in einer derart herzlichen Art willkommen, dass wir uns sofort zuhause fühlten. Satsang bedeutet Zusammensein in Wahrheit, und wir waren alle zutiefst berührt von der Aufrichtigkeit, die in Madhukars Präsenz aufkam. Er verweist immer auf das, was wir sind: unbegrenzte Freiheit und Freude. Dies ist nicht nur eine philosophische Idee sondern eine Tatsache. Der hingebungsvolle Sucher kann diese Wahrheit erkennen, indem er fragt: „Wer bin ich?“. Am Ende des Retreats strahlte aus aller Augen freudvolles Glück.

Erfahrungsbericht von Norbert Giesow vom Rainbow-Spirit-Festival 2009

Madhukar beim 15. Rainbow-Spirit-Festival

Das 15. Rainbow-Spirit-Festival im schönen Baden-Baden bot wieder einmal eine gute Mischung aus Esoterik, Spiritualität und Musik. Jeder konnte hier etwas nach seinem Geschmack finden. Von den höchsten Lehren des Advaita bis hin zum Einkauf von Kleidung, Edelsteinen und sonstigem war dort eine große Bandbreite abgedeckt.

Das Kongresshaus in Baden-Baden liegt in einem wunderschönen Park, durch den sich ein Flüsschen schlängelt, so dass es dort möglich ist, die mannigfaltigen inneren Erlebnisse zu verarbeiten.

Viele bekannte Gurus, Lehrer und Musiker besuchen jedes Jahr das Festival, dazu kommen tausende von Besuchern. Unter ihnen befindet sich seit einigen Jahren auch Madhukar. Madhukar, der zeitgenössische Lehrer des Advaita und Schüler von H.W.L. Poonja, gehört nicht nur dort zu den schillerndsten Gestalten. Kaum einer bleibt nach einer Begegnung mit ihm unberührt.

Sein Stand, die Oase, befand sich dieses Jahr im Untergeschoß genau gegenüber des Auditoriums und bot genug Platz, so dass sich die interessierten Besucher umfassend informieren konnten. Viele freundliche und schöne Menschen aus dem Umkreis von Madhukar (aus der Sangha) waren hier immer anzutreffen, um mit Rat und Tat oder auch „nur“ mit einem Lächeln weiterzuhelfen. Auch wenn es am Eingang des Kongresshauses nicht mehr erlaubt war, Informationen und Flyer zu verteilen, so war die Sangha doch findig genug und wusste sich zu helfen, damit die Menschen an die Informationen über den Meister (Madhukar) kamen.

Bis zum Sonntag hin stieg die Spannung, denn am Sonntag gab Madhukar seinen ersten von zwei Satsangs im Auditorium. Ganz in Weiß gekleidet, strahlte eine machtvolle Stille von ihm aus, welche sogar das Getöse des Festivals übertönte. Liebevoll, geduldig und mit großer Eloquenz verwies er alle Fragenden immer wieder auf ihr Selbst, auf Freiheit selbst. Was mehr könnte man sich wünschen?
Zum Ende des Satsangs benutzte Madhukar seine Heimatsprache „das Schwäbische“, um auf das ewige Jetzt hinzuweisen: „Schaffe schaffe …. jetzt nicht mehr schaffe“.

Hinterher war Madhukar für alle da, die zum Stand kamen. Viele der schönen Menschen aus der Sangha lächelten um die Wette, als der Meister Interviews gab, Menschen die Hände reichte, lachte und Witze machte.

Am darauf folgenden Tag, dem Pfingstmontag fand der zweite Satsang im so genannten No-Mind-Saal statt. Dort überstrahlte Madhukar leicht die braune Wand vor der er saß, da seine Präsenz so stark war. Madhukar stellte deutlich klar, dass der Meister nicht die Person ist und dass er nicht vom Schüler getrennt ist. Der Meister verweist immer wieder auf die Freiheit. Er teilt dem suchenden Schüler mit, dass dieser frei ist. Wenn der Schüler dieses unmissverständlich begreift, dann sind Schüler und Meister nicht mehr getrennt. Selbst dann mag der Schüler weiterhin gern beim Meister sitzen, aus Freude, Dankbarkeit und Verbundenheit. Und genau so war es auch diesmal mit Madhukar.

Hinterher gab es auch diesmal die Chance ihm persönlich zu begegnen. Über eine Stunde war er am Stand. Am nächsten Tag begann dann das Retreat im Kurhaus von Baden-Baden, aber das ist eine andere Geschichte…

Erfahrungsbericht: Retreat Friedensglühen in Kißlegg

Ein Bericht von Angela
Friedensglühen

Am ersten Tag gab es dieses Mal etwas ganz Besonderes: Madhukarjis Geburtstag! Ob er wohl mit uns feiern würde? Ja, Madhukarji hat mit uns gefeiert – einen wunderschönen Satsang voller Kraft und Stille!

Eine Geburtstagsfeier war für ihn nicht angesagt: Er wies uns vielmehr darauf hin, dass Devotees und Anhänger um ihre Gurus / Meister nach und nach immer mehr Rituale entwickelt und zelebriert hätten, die vom Eigentlichen abgelenkt und weggeführt hätten, so dass schließlich Religionen entstanden seien, die mit dem Ursprünglichen, Wahren wenig bis nichts mehr zu tun hätten.

Das Retreat Friedensglühen ist ein Stille-Retreat. Auf das Schweigen freue ich mich immer ganz besonders. Es ist sehr, sehr segensreich! Es hilft mir, bei mir zu bleiben, mich nicht im Außen zu verzetteln. Wenn die vermeintlichen, diversen Probleme oder Erfahrungen mit Beruf, Beziehungen, Familienangehörigen, Krankheiten und dergleichen nicht diskutiert oder breit geredet werden können, verlieren sie sehr schnell an Gewicht, werden klein(er), manche verschwinden ganz. Weil ihnen der Nährboden entzogen wird. Stattdessen kann ich nach innen sehen, die Aufmerksamkeit auf das Selbst, auf Selbstergründung richten. Und es gibt ja auch die Möglichkeit, im Satsang darüber zu sprechen…

Freitagnachmittag wartete eine Überraschung auf uns: Madhukarji unternahm mit uns eine kleine Wanderung – bei strahlend blauem Himmel und im warmen Sonnenschein!
In Stille zu den Füßen des Meisters zu sitzen, ist für mich das Schönste. Dabei auch noch die Natur genießen zu können – einfach unbeschreiblich!

„ES MÖGE FRIEDEN SEIN UNTER ALLEN MENSCHEN, ALLEN LEBEWESEN IM UNIVERSUM.“

Dieser Friede begleitete mich auch am Samstagnachmittag nach dem Satsang in ein Café, wo ich mich hinsetzte, um die letzten Strahlen der untergehenden Sonne zu genießen. Meine Bestellung zu erhalten, war eine Sache für sich: Die Serviererin kam sich zunächst voll verschaukelt vor, als ich mit stummen Gesten nach der Karte verlangte. Sie rauschte beleidigt davon, besann sich dann eines Besseren und kam wieder zurück. Ich signalisierte ihr, dass ich nicht sprechen könne, erntete einen sehr mitleidigen Blick und hatte in der Folgezeit die netteste und zuvorkommendste Bedienung.

Ein amüsantes Erlebnis, das mich nachdenklich stimmte: Es gibt Menschen, die dauerhaft (taub-)stumm sind. Wie oft mögen sie auf Unverständnis, Ungeduld und Unmut stoßen?
Wie selbstverständlich erscheint es mir, sprechen und mich damit verständlich machen zu können. Es ist nicht selbstverständlich! Wie wenig dankbar bin ich für all das scheinbar Selbstverständliche, das mir gegeben ist oder mir im Leben begegnet. Stattdessen schiele ich immer wieder auf das, was mir (vermeintlich) fehlt und werde unzufrieden … Danke, danke für diesen wertvollen Hinweis.

Am Sonntag endete das Retreat wie es begonnen hatte: mit einem wunderschönen, kraftvollen und sehr, sehr stillen Satsang. Ohne Worte, einfach nur unbeschreiblich.

Jai MADHUKARJI Jai Jai MADHUKARJI

Auf Wiedersehen in Indien
Und für immer im Herzen
In ewiger Liebe und Dankbarkeit
angela

Ein zusätzlicher Bericht von Ariane:

„Friedensglühen“ glüht immer noch und immer wieder

Ich bin voller Dankbarkeit für mein erstes Retreat mit Madhukar, dankbar für soviel Liebe, Schmelzen, Stille, Hingabe.

Zeitgleich damit tauchen immer wieder Unabhängigkeitsbestrebungen, alte Schatten etc. auf, die sich mit den Fragen „wer bin ich?“ und „wer sieht?“ in Nichts auflösen, um dann wieder im „Friedensglück“ zu landen. Die Klarheit und Einfachheit dieser Methode faszinieren mich und ich prüfe sie weiter…

Unendlicher Dank für soviel Gnade, Segen und Glück
Ariane

Schönheitskur von innen!

“Komm doch morgen mit,“ schlägt sie vor während sie den herrlich duftenden Apfelkuchen aus dem Ofen holt, “es macht richtig Spaß.”. Ich bin skeptisch. Zu einem Guru zu gehen, das ist doch was für Esoteriker und Hippies, nicht für junge Leute wie mich, die mitten im Leben stehen. Obwohl, die gute Laune, die meine Mutter versprüht seit sie zu Madhukar geht, wirkt richtig ansteckend. Endlich keine Nörgeleien mehr, statt dessen köstlicher Kuchen. Irgend etwas scheint offensichtlich dran zu sein an diesem Mann! Vielleicht sollte ich mir tatsächlich ein eigenes Bild machen, denke ich, als ich mir das erste, noch warme Stück genüsslich in den Mund schiebe. Mit Vorurteilen lässt sich heutzutage nämlich kein Blumentopf mehr gewinnen. Die sind inzwischen mehr aus der Mode, als Gurus jemals sein können. Und da ich sowieso nichts besseres vorhabe, willige ich kurzer Hand ein, meine Mutter am nächsten Tag zu einem Abendmeeting in Stuttgart zu begleiten.

Der Saal ist schon so gut wie voll, als wir eintreffen. Überrascht stelle ich fest, dass das Publikum eigentlich ganz normal aussieht. Kein Tüchertanz im Flatterrock, keine Birkenstocklatschen und keine (oder kaum) Hanfrucksäcke mit bunt aufgenähten indischen Zeichen. Es ist, entgegen meiner Erwartungen, doch keine Versammlung von Ökos und 68er-Freaks. Viele der Gäste sind sogar richtig chic. Gerade will ich anfangen verunsichert an meiner verwaschenen Benetton-Stoffhose rumzuzupfen – ich wollte hier ja nicht unnötig auffallen- als ein lieblich vorbeischwebender Duft meine Aufmerksamkeit völlig in seinen Bann zieht. Weiße Lilien! Meine Lieblingsblumen! Große Sträuße zieren zu beiden Seiten das helle, mit orangefarbenen Kissen dekorierte Sofa, das am oberen Ende des Raumes aufgebaut ist. Davor, in halbkreisförmiger Anordnung, sitzen ein paar der Gäste auf Kissen. Das Ambiente hat Stil, das gefällt mir! Während meine Mutter vorne auf einem Kissen platz nimmt, suche ich mir einen der Stühle im hinteren Teil aus und warte gespannt, was passiert. Es ist still. Die Stimmung fast andächtig. Auf kleinen Tischen neben dem leeren Sofa, das von Einigen wie in Trance angestarrt wird, brennen Kerzen. Die Anderen sitzen entspannt da, lächelnd, mit geschlossenen Augen, oder konzentriert in Meditationshaltung. Ein wenig bizarr ist das Ganze ja schon. Langsam werde ich ungeduldig.

Dann endlich betritt Madhukar den Raum. Seine Erscheinung zieht sofort alle Blicke auf sich. Zu recht, wie ich finde. Er ist äußerst attraktiv, sieht jung aus, elegant gekleidet und widerspricht damit absolut dem verstaubten Bild, das ich bis dahin von einem spirituellen Meister hatte. Die Leute auf den Kissen verneigen sich tief, und auch einige Andere falteten selig die Hände. Irritiert von dieser unerwarteten Geste bin ich kurz davor auf zu springen und hektisch die Flucht zu ergreifen. Schnell raus, bevor es zu spät ist! Doch es ist schon zu spät, und widerwillig bleibe ich auf meinem Stuhl hocken. Es wird ja nicht all zu lange dauern, beruhige ich mich. Nach einer Stillephase, in der meine Gedanken sich überschlagen, und die mir wie eine Ewigkeit vorkommt, setzt Madhukar zum “Om” an, worin alle einstimmen. Der lang gezogene, tiefe Klang vibriert durch den Saal und wirkt angenehm beruhigend. Lächelnd schaut der Meister in die Runde. “Bitte schön. Wie kann ich Ihnen dienen?”

Die folgenden Stunden vergehen wie im Flug. Menschen kommen mit Fragen nach vorne und oft habe ich das Gefühl, dass genau meine Themen angesprochen werden. Konzentriert wie selten, sauge ich jedes Wort auf. Es ist faszinierend, wie die klare, liebevolle Art Madhukars scheinbar alle gedanklichen Verschlingungen entwirrt. Die anfangs oft als problematisch geschilderte Lebenssituation wird schlagartig so einfach, dass die Fragenden mehrfach in lautes, erleichtertes Lachen ausbrechen. Und mit ihnen das gesamte Publikum. Die Stimmung im Saal wird zunehmend unbeschwerter. Auch meine anfängliche Anspannung weicht der allgemeinen Heiterkeit. Ich fühle mich frei, sorglos, voller neuer Energie. Was ist geschehen? Musik wird gespielt. Beschwingt springe ich auf und beginne zu tanzen. Teils in sich versunken, teils wild umher springend, bewegt sich Jung wie Alt ausgelassen zu den Klängen. Ein Gefühl tiefen Glücks durchströmt mich, als ich die Schönheit jedes Einzelnen von ihnen erkenne, und spüre, dass alles genauso gut ist wie es ist. Ich schaue zu Madhukar hinüber, der immer noch auf seinem Sofa sitzt. Unerwartet treffen sich unsere Blicke. Seine leuchtend blauen Augen ziehen mich magisch an, ich falle in sie hinein und schwimme plötzlich in einem Meer von Liebe und Frieden. Dieser Blick geht durch mich durch. Und er trifft direkt ins Herz.

Nach dem Event, um den Abend so richtig schön ausklingen zu lassen, gehen wir nicht weit entfernt in einer kleinen, aber szenischen Bar, noch ein einen Cocktail trinken. Unsere gute Laune scheint aufzufallen, jedenfalls will der Barkeeper ein Foto von uns machen, für seine Homepage. Na klar, darf er. Als ich das Bild betrachte, erkenne ich mich fast nicht wieder: Funkelnde Augen und ein geheimnisvolles Lächeln strahlen mir entgegen. Bin ich das? Wow! Richtig mystisch. Wahre Schönheit scheint wohl doch von innen zu kommen. Ich weiß zwar nicht genau, was heute Abend geschehen ist, aber eines ist sicher: Ich komme wieder.

Autorin: Sybille