Arunachala – Mountain of Grace

Happy Mahashivaratri (die heilige Nacht Shivas)

Mahashivaratri am 23. Februar, Monday

MAHASHIVARATRI, die große spirituelle Nacht SHIVAS, wird in Indien traditionell PARAMASHIVA (dem HÖCHSTEN SHIVA) geweiht. Die Anhänger SHIVAS betrachten sie einstimmig als die heiligste Nacht des ganzen Jahres. MAHASHIVARATRI ist stets die Nacht vor Neumond im Februar-März (es handelt sich um den Mond-Monat PHALGUN gemäß dem indischen astrologischen Kalender). Yogis betrachten dieses außergewöhnliche Ereignis sowohl als eine wunderbare spirituelle Gelegenheit als auch als ein großes Fest. Aus diesem Grund fasten sie den ganzen Tag davor und meditieren intensiv mit den Mantra-s von SHIVA die ganze Nacht hindurch. Devotees meditieren einfach indem sie ununterbrochen und verklärt den Namen SHIVAS wiederholen oder voller Hingabe Preishymnen zu Ehren SHIVAS singen bzw. das berühmte Symbol des SHIVA LINGAM verehren und voller Liebe mit ganzem Herzen nach PARAMASHIVA streben, der in Wirklichkeit niemand anders ist als GOTT DER VATER. In dieser Hinsicht wird in den VEDA-S gesagt: „Der Herr, unser GOTT der Allmächtige und Allgegenwärtige ist ununterbrochen – in geheimnisvoller Verborgenheit – im Herzen aller bewussten Wesen anwesend, die sich Ihm voller Liebe zuwenden.“ Die Hindus sind der Meinung, dass es sehr wichtig ist, stets in der Nähe eines Tempels zu wohnen und haben gerade deshalb so viele Tempel gebaut. Dieses ist ihrer Einstellung nach GOTT gegenüber etwas Lobenswertes und bringt sowohl in diesem als auch in den nächsten Leben Seinen Segen. Im religiösen Leben der Inder stellt der Tempel den wichtigsten physischen Mittelpunkt dar. Denn hier „im Hause Gottes“ kann man sehr leicht seine Beziehung zu GOTT dem Vater pflegen.

Weil sie nicht lange Zeit von Gott entfernt sein möchten, gehen die Inder voller Glauben an Ihn mindestens einmal in der Woche zum Tempel und bemühen sich aus aller Kraft, an allen wichtigen spirituellen Festen teilzunehmen, dann wenn sich bestimmte SHAKTI-s (manifestierende weibliche Kräfte) Gottes umfassend und sehr stark zu verschiedenen Zeitpunkten des Jahres äußern. Die Anhänger SHIVAS führen täglich PUJA, die inbrünstige Verehrung SHIVAS, im Tempel durch. Aus diesem Grund besuchen in der heiligsten Nacht des Jahres, die gänzlich der Feier SHIVAS gewidmet ist (MAHASHIVARATRI), fast alle Anhänger SHIVAS seine Tempel. Sie kommen vor allem dann, voller Verehrung und Demut zum Tempel, da dieser wahrlich das Haus Gottes für jeden einzelnen darstellt.

In den VEDA-S wird gesagt: „Mögen unser Herrgott durch unsere Lobgesänge entzückt sein. Wie ein Weiser unter den Menschen möge der hingegebene Anhänger den göttlichen Wesen das ihnen gebührende Opfer bringen! Groß, überwältigend und voller verblüffender Geheimnisse ist, o Gott, Dein Name.“ AUM NAMAH SHIVAYA

Diese geheimnisvolle, aus spiritueller Sicht ganz besondere und heilige Nacht, MAHASHIVARATRI, wird bald kommen. Dies alles wissend, möge diese außergewöhnliche Nacht für jeden einzelnen von uns eines der wichtigsten spirituellen Ereignisse des Jahres sein. Lasst zumindest in dieser Nacht uns beständig daran erinnern, dass das wesentliche Ziel im Leben die Verwirklichung GOTTES im HIER und JETZT ist. Mögen wir voller Liebe und mit lodernden Herzen uns SHIVA nähern. Von einer riesigen spirituellen Bestrebung angetrieben, lasst uns den Gipfel des heiligen Berges KAILASH erklimmen (der sich ununterbrochen in unserem Inneren befindet), und mögen wir so tiefgründig und umfassend wie möglich die geheimnisvolle Anwesenheit SHIVAS in uns selbst als unser Unsterbliches Selbst (ATMAN) erleben, das ununterbrochen den gesamten Makrokosmos durchdringt.

Man sollte sich so gut wie möglich für dieses große spirituelle Fest vorbereiten, indem man sein SADHANA (spirituelle Yoga-Praxis) perfekt durchführt. An dem Tag sollte man sich stets daran erinnern, dass ein Leben, das in der Perfektion der ekstatischen Göttlichen Wahrheit gelebt wird, eine riesige Kraft hat. Jedes menschliche Wesen ist ein Mikrokosmos, der in Miniatur den Makrokosmos wiedergibt. Mögen wir im Voraus unser gesamtes Wesen tiefgründig reinigen, und mögen wir in dieser Nacht unser Herz eine reine Quelle der göttlichen Liebe werden lassen, wobei wir gleichzeitig danach streben in völliger Harmonie mit der großen spirituellen Familie zu leben, dessen Bestandteil wir innerhalb der Sangha sind. Lasst uns so oft wie möglich an SHIVA denken, um täglich so schnell wie möglich den Gipfel der Verwirklichung Gottes zu besteigen, der sich in unserem Wesen befindet.

Eine der heiligsten spirituellen Nächte des Jahres nähert sich, und falls wir angemessen vorbereitet sind, wird sie uns tiefgründig und endgültig dank der geheimnisvollen Gnade SHIVAS transformieren. Sind wir bereit, so werden wir durch die erhabenste und wunderbarste spirituelle Feier des Jahres unzählige spirituelle Geschenke empfangen. Jeder von uns hat diese herrliche Gelegenheit, die nichts anderes erwartet, als dass sie sich vollständig in uns manifestiert. Es liegt also in unserer Kraft HIER und JETZT diese WUNDERBARE Möglichkeit zu nutzen. Mögen wir folglich mit all unserem Wesen danach streben, dass diese Nacht jeden von uns an SHIVA, den Großen Göttlichen Erlöser, näher bringt. Ist im Grunde genommen die umfassende Entdeckung GOTTES nicht der Zweck unseres Herkommens auf diese Erde selbst? In dieser heiligen Nacht kann man seinen Verstand in einen Altar umwandeln, der Gott gewidmet ist. Auf diese Weise wird man feststellen, dass alle anderen Gedanken auf natürliche Weise unbedeutend werden.

In der SHIVARATRI-Nacht sollte man mental schweigsam sein. Dies wird einem helfen, LAYA YOGA mit einem MANTRA von SHIVA durchzuführen, was einen in einen tiefgründigen Resonanzzustand mit SHIVA versetzt. Man sollte auch nicht vergessen, dass die SHIVARATRI-Nacht in erster Linie erhabene, göttliche Freude bedeutet. Das authentische spirituelle Leben ist vor allem ein Leben voller Freude. Je mehr man um sich herum Freude und Seligkeit ausstrahlt, umso mehr zeigt man dadurch, dass man sich der unerschöpflichen Höchsten Quelle der Göttlichen Freude und Seligkeit nähert.

„SHIVARATRI“ bedeutet „die Nacht der Übergießung der Göttlichen Gnade“. In dieser Hinsicht erwähnt die indische Tradition, dass der Mensch vor allem bei dieser Gelegenheit SHIVA als Aspekt GOTTES die ganze Nacht voller Hingabe und Inbrunst lieben und verehren sollte. Vor allem in dieser Nacht bleiben die Yogis und Anhänger SHIVAS wach und rufen
Ihn ununterbrochen und von ganzem Herzen an. Die Nacht zu verbringen, indem man SHIVA auf verschiedene Arten verehrt, wird einen Zeit seines Lebens heiligen und mit Göttlicher Gnade füllen.

Die spirituelle Lektion, die SHIVARATRI bietet, ist Folgende: Als Yogis ist es gut stets reine, heilige Gedanken zu haben und zu pflegen, um fast immer voller göttlicher Zustände zu sein. Gerade deshalb sollte man vor allem in dieser heiligen Nacht darauf bedacht sein, eins mit Gott zu werden und somit umfassend einen Zustand der Vergöttlichung zu verwirklichen (dank der Offenbarung seines Höchsten Selbst, ATMAN). Ruft man dann die Allmächtige Gegenwärtigkeit Gottes kontinuierlich wach, so wird man sich seiner Göttlichen Natur bald (zum richtigen Zeitpunkt) bewusst. Egal wie viele Sachen die Menschen besitzen, sie leiden dennoch und dies vor allem, weil ihnen der tiefe innere Frieden fehlt, wie auch der Segen ihres Daseins, denn diese kann man nur von Gott dem Vater erhalten. Um in erster Linie diese beiden spirituellen Gaben zu erhalten, sollten die Menschen beten. Hat man den tiefen Frieden und die Segnung bekommen, so wird alles andere dank der Gnade Gottes von selbst kommen. Alle Menschen sollten fast immer voll der Sehnsucht nach Gott sein, denn alle anderen Wünsche haben nur einen relativen Wert.

Der Sankritbegriff „SHIVARATRI“ hat mehrere Bedeutungen. „RATRI“ bezeichnet meist die Dunkelheit der Nacht. SHIVARATRI steht allerdings nicht in Verbindung mit der Dunkelheit, sondern mit dem speziellen Zustand der Heiligkeit dieser Nacht. Die Dunkelheit dieser Nacht ist von einer großen Göttlichen Gnade durchdrungen. Der Grund dafür liegt darin, dass an dem 14. Tag nach Vollmond (der betreffende Tag wird im indischen Kalender Chaturdhasi genannt) sich der Mond, der unter anderem den gewöhnlichen Verstand des Menschen beherrscht, in einer zutiefst wohltuenden Lage zur Sonne befindet. Deshalb ist vor allem dies ein äußerst günstiger Augenblick, um die geheimnisvolle und rettende Anwesenheit Gottes umfassend zu verspüren, der sich durch SHIVA in einem Seiner Aspekte äußert.

Die UPANISHADS erwähnen bestimmte grundlegende Eigenschaften des Göttlichen, wie die Wahrheit, die Güte und die Schönheit (SATYAM, SHIVAM, SUNDARAM). Platon ist ebenfalls der Meinung, dass die Wahrheit, Güte und Schönheit die grundlegenden Attribute Gottes sind. Die Güte (SHIVAM) stellt das essentielle Prinzip all dessen dar, was für die spirituelle Entwicklung gut oder günstig ist. Diese Güte wird sowohl mit der Ewigen Wahrheit (SATYAM) als auch mit der Absoluten Schönheit (SUNDARAM) assoziiert.

Dieses ist nach Ansicht der meisten Erleuchteten die wichtigste spirituelle Botschaft des SHIVARATRI-Zeitpunktes. Diese Botschaft wird meist von einer bedeutenden Forderung an ein wahrlich spirituelles Leben begleitet: Sich für alle Lebewesen, die man dann als Manifestationen Gottes betrachtet, nützlich zu machen (SEVA) – losgelöst und mit Urteilvermögen. Um dies zu verwirklichen, ist es zunächst notwendig die Kraft zu Lieben zu entwickeln. Und um die Fähigkeit rein, erhaben und bedingungslos zu Lieben umfassend zu entwickeln, ist es notwendig, so umfassend wie möglich seinen Aufopferungsgeist (Hingabe an das eigene Gottes Selbst) zu entwickeln. Sich für die anderen voller Hingabe und Devotion nützlich zu machen, erhält nur dann einen zutiefst spirituellen Sinn, wenn man dies in einem Zustand der tiefen Liebe durchführt, die fähig ist, sich aufzuopfern und völlig zu verzichten. Dann wird die losgelöste Tat, den anderen nützlich zu sein, oder anders gesagt KARMA YOGA, auf eine ausschlaggebende Weise die spirituelle Entwicklung bestimmen. Dies wird einem gleichzeitig verhelfen, niemals zu vergessen, gütig zu sein.

Die Begriffe „SHIVA“ und „SHANKARA“ (ein anderer, sehr gebräuchlicher Name von SHIVA) bedeuten „der Gute“ (der Erlöser). Der Begriff SHANKARA setzt sich zusammen aus „SHAM“ was Bewusstsein voller Glückseligkeit (CIT-ANANDA) bedeutet und „KARA“, d.h. „der, der es erzeugt“. Somit bedeutet SHANKARA etymologisch „der, der das Göttliche Bewusstsein und die Göttliche Glückseligkeit in allen Wesen erweckt“. SHANKARA (SHIVA) verleiht somit allen, die Zuflucht in Ihm finden und Ihn mit ihrem gesamten Wesen verehren, das Bewusstsein der unendlichen Göttlichen Glückseligkeit. Das Geheimnis der gesamten Schöpfung wird symbolisch durch die traditionelle Beschreibung der Form von SHIVA offenbart. Somit symbolisiert der Halbmond auf dem Kopf SHIVAS das Bewusstsein der menschlichen Wesen, der Fluss Ganges, der nach der indischen Mythologie aus der transzendenten Höhe des Himmels auf den Kopf von SHIVA fließt, um sich danach durch sein Haar bis auf die Erde zu übergießen, symbolisiert die geheimnisvolle Kraft des universellen Lebens und die Schlangen, die SHIVA als Armbänder und als Zeichen seiner Göttlichen Kraft trägt, stellen die unzähligen beseelten Wesen dar. Er sitzt auf einem Berg Silber, und einer seiner liebsten Freunde ist Kubera, der Gott des Wohlstands.

Die drei Augen von SHIVA stellen die drei Welten (LOKA-S) dar. Der Dreizack von SHIVA ist das Symbol der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (die drei Aspekte der Zeit), wie auch der Transzendierung der drei Qualitäten oder Tendenzen (GUNA-S): Sattva, Rajas und Tamas, welche die spezifische Widerspiegelung der Dreifaltigkeit der Manifestation darstellen: BRAHMA, VISHNU und RUDRA-SHIVA. Die drei Welten, die Triade der Zeit, wie auch die drei Eigenschaften (GUNA-S) stellen die Manifestation des Göttlichen Prinzips (ISHVARA) im Herzen aller Wesen dar. Wenn die Gnade Gottes tief in unser Herz eindringt, können wir uns blitzschnell zu Gott dem Vater (PARAMASHIVA) erheben.

Andererseits kann man sagen, dass man dann, wenn man – egal an welchem Kalendertag – wahrlich fähig ist den göttlichen Zustand der reinen Existenz (SAT), des reinen Bewusstseins (CIT) und der reinen Glückseligkeit (ANANDA) zu erleben, dass man dann wahrlich und umfassend, dank des Zustandes der Resonanz mit SHIVA, das heilige Fest SHIVARATRI erlebt. Solange die Frucht am Baum nicht reif ist, ist ihr Saft nicht süß. Wenn die Frucht völlig reif ist, fällt sie von selbst vom Baum ab. Die Verbindung zum Baum ist verschwunden. Auf die gleiche Weise erreicht das menschliche Wesen, das die vollständige spirituelle Reife erlangt, automatisch die Loslösung (VAIRAGYA). Der Mensch sollte ununterbrochen bemüht sein, diese erhabene Ebene seiner Reife durch die Durchführung der spirituellen Praktiken zu erlangen, die sein Bewusstsein allmählich und endgültig transformieren.

Vor allem in dieser Nacht (MAHASHIVARATRI) ist es sehr vorteilhaft, seinen Verstand möglichst vollständig auf Gott zu richten. Gibt man sich nämlich in dieser Nacht gänzlich den Gedanken hin, die auf Gott gerichtet sind, wird dadurch das eigene Bewusstsein tiefgründig und schnell transformiert, auch dann, wenn man bis dahin nicht fähig war, den höchsten Bewusstseinszustand zu erlangen. Lasst uns ständig die drei grundlegenden Eigenschaften Gottes in Gedanken beibehalten: Wahrheit, Weisheit und Ewigkeit (SATYAM, JNANAM, ANANTA BRAHMAN), und mögen wir zumindest JETZT alles tun, um das höchste Ziel des Menschen zu erreichen: die ekstatische Identifikation mit Gott dem Vater (PARAMASHIVA).

SHIVARATRI ist aus spiritueller Sicht ein besonders günstiger Zeitpunkt für alle. Es ist der 14. Tag des Mondzyklus, der Moment an dem der Mond fast gänzlich verborgen ist. Man sollte folglich nicht vergessen, dass der individuelle Verstand (MANAS) eng verbunden ist mit dem Mond. CHANDRA, der geheimnisvolle Engelsherrscher des Mondes ist gleichzeitig die Gottheit, die den Verstand (MANAS) beherrscht. Er verliert an jedem Tag nach Vollmond ein sechszehntel seiner Strahlung, so dass er in der SHIVARATRI-Nacht nur den sechzehnten Teil seiner Kraft äußert. Der Augenblick des Neumondes kann somit mit einem Zustand des Verstandes assoziiert w
erden, in dem die Fluktuationen und Launen des Verstandes stark reduziert sind, so dass sie leicht durch spirituelle Praxis aufgehoben oder kontrolliert werden können. In dieser Nacht (SHIVARATRI) bleibt einem nur ein kleiner, zu kontrollierender Teil übrig, was man durch die intensive Fokussierung der Aufmerksamkeit auf die unvergängliche Herrlichkeit Gottes verwirklichen kann.

Nachfolgend seien zwei Beispiele der täglichen inneren Meditation dargeboten, die traditionell für die Verehrung von SHIVA durchgeführt wird:

1) „Ich verehre voller Liebe das erhabene Juwel meines Ewigen Göttlichen Selbst ATMAN. Ich verehre SHIVA, der im Lotus meines Herzens wohnt. Ich bade Ihn mit dem reinen Wasser meines geläuterten Verstandes, das dem unendlichen Fluss des Glaubens und der Hingabe entstammt. Ich verehre SHIVA jetzt mit der duftenden Blume des SAMADHI-Zustandes (der Göttlichen Ekstase). Ich verwirkliche voller Bestrebung all dies, um mich vollständig vom Egoismus, der Unwissenheit und dem Leid zu befreien.

2) „Oh SHIVA! Du bist in Wirklichkeit stets in mir anwesend, in meinem unsterblichen Selbst (ATMAN). Mein von Liebe zu Dir überwältigter Verstand ist PARVATI, Deine verehrte SHAKTI (weibliche manifestierende Energie). Meine PRANA-Energien sind Deine Diener. Mein Körper ist Dein Haus. Meine Taten in dieser Welt, deren Früchte bedingungslos Dir gewidmet sind, dienen Deiner Verehrung. Mein Schlaf ist SAMADHI (die Göttliche Ekstase). Meine Bewegung erfolgt nur um Dich herum. Mein göttlich inspiriertes Sprechen ist ein an Dich gerichtetes Gebet. Hier und jetzt widme ich Dir voller Liebe und Demut, alles was ich bin und war.

All dies wissend, sollten wir darauf bedacht sein, in der MAHASHIVARATRI-Nacht so glücklich wie möglich zu sein. Vor allem dann sollten wir danach streben, die göttliche Glückseligkeit in der freudetrunkenen Fülle des Herzens zu erleben und die Anwesenheit Gottes in allem wahrzunehmen und zu verspüren. In dieser Nacht sollten wir somit alle dem Leben innewohnenden Sorgen vergessen, wie auch vergangenes oder gegenwärtiges Leid. Das Fasten wird einem sehr viel helfen, die Ekstase des geheimnisvollen Einklangs mit SHIVA, dem Allgegenwärtigen, zu empfinden. In dieser Nacht sollten wir ununterbrochen an SHIVA und nur an SHIVA denken. In dieser Nacht wird SHIVA demjenigen, der verlangt, geben.

Möge die Höchste Gnade SHIVAS in dieser Nacht unser Wesen für immer füllen.

Om Namah Shivaya! ॐ ♥
Om Tat Sat!

Friede sei mit Dir!

Wer ist Shiva?

Shiva als Teil der göttlichen Trinität Brahma – Vishnu – Shiva manifestiert sich als der Zerstörer.

Als solcher ist er jedoch auch Ursache der Schöpfung, denn ohne die Zerstörung des alten Zyklus kann keine neue Schöpfungsperiode entstehen. Brahma wirkt als Schöpfergott und Vishnu als Gott der Erhaltung. Die drei göttlichen Aspekte stellen die drei fundamentalen Kräfte der Natur dar, die es in der Welt gibt: Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung. Shiva verkörpert Tamas oder die Tendenz zur Auflösung und Vernichtung. Der Name Shiva bedeutet wörtlich “günstig, vielversprechend”. Das Universum ruht nach der Zerstörung und vor dem nächsten Schöpfungszyklus in Shiva.

Er ist auch bekannt als der Mahadeva (maha = groß) oder Mahayogi, der oberste aller Yogis, dessen Trommelklang den Menschen zur Vervollkommnung drängt.

Obwohl Shiva über Namen und Formen hinausgeht, stellen ihn Künstler oft als jung und schön dar, mit weißer Hautfarbe. Er hat drei Augen und vier Arme; heilige Asche wurde über seinen ganzen Körper geschmiert. In zwei seiner Hände trägt er einen Dreizack und eine Trommel (damaru), die zwei anderen nehmen symbolische Handstellungen (Mudras) ein, und zwar in der Bedeutung von Schutz (abhaya) und Gewährung von Wohltaten (varada).

Shiva hat langes, filzhaftes Haar, und der lebensspendende Fluß Ganges entspringt oben am Kopf. Er trägt eine Mondsichel als Krone und Kleidung, die aus Tiger- und Elefantenhaut gefertigt wurde. Sein Hals, um den sich eine große Kobra windet, ist blau. Shiva hat eine Kette und Girlande aus Schädeln um, und Schlangen zieren seinen Körper. Ferner trägt er einen Gurt, einen heiligen Faden (yajnopavita) und Armreifen.

Shivas Augen sind halb geschlossen, d.h., weder ganz geschlossen, noch ganz offen. Es handelt sich um eine heilige Position, die Sambhavee-Mudra genannt wird. Geschlossene Augen zeigen an, daß sich die Person von der Welt zurückgezogen hat. Geöffnete Augen weisen auf jemanden hin, der voll der Welt zugewendet ist. Die halb geschlossenen Augen bedeuten daher, daß Shivas Bewußtsein im inneren Selbst ruht, während sein Körper in der äußeren Welt aktiv bleibt.

Künstler zeigen Shiva oft meditierend, mit dem schneeweißen Hintergrund des Berges Kailash, was absolut reines Bewußtsein bedeutet. Der Zustand der Meditation, den Shivas Haltung zeigt, birgt tiefe Symbolik, da Meditation das letzte Tor zur Selbstverwirklichung ist. Um Gott zu verwirklichen, ist es unerläßlich zu meditieren.

Shivas weiße Haut symbolisiert das Licht, das die Dunkelheit vertreibt, das Wissen, das Unwissenheit vertreibt.

Der Dreizack (trisula), ein Waffe mit drei Zacken also, symbolisiert die Zerstörung des Egos zusammen mit seiner dreifältigen Wunschnatur in Zusammenhang mit dem Körper, Gemüt und Intellekt. Shiva mit seinem Dreizack weist auf den Sieg über das Ego, was zur Vollkommenheit führt. Die drei Zacken repräsentieren die drei Eigenschaften (Gunas): sattvas (rein, klar), rajas (aktiv) und tamas (dumpf, träge und unbewegt); die drei Schöpfungsphasen: Erschaffung, Erhaltung, Zerstörung; sowie die drei Zustände: jagrat (Wachsein), swapna (Traumphase) und sushupti (Tiefschlaf).

Die Trommel repräsentiert Ton, Alphabet, Grammatik, Sprache und den gesamten Bereich der sakralen und weltlichen Künste und Wissenschaften. Die Trommel in seinen Händen bedeutet, daß die gesamte Schöpfung, einschließlich der Künste und Wissenschaften, aus seinem göttlichen Willen entstanden sind, bzw. lediglich ein Spiel von ihm sind. Zuerst trommelt Shiva, dann tanzt er als Nataraja den Tanz des Universums.

Die zwei Augen Shivas symbolisieren die Sonne und den Mond; sein drittes Auge versinnbildlicht Feuer. Das dritte Auge repräsentiert das Auge des Wissens und der Weisheit, das Zentrum seiner Allwissenheit. Er verbrannte den Dämon Manmatha, d.h. Begehren, mit seinem dritten Auge, bekannt als “jnana chakshu”, was wörtlich “Auge der Weisheit” bedeutet und verdeutlicht, daß Shiva über einen göttlichen Blick der Wirklichkeit verfügt.

Der gesamte Himmel, einschließlich dem Wind, formt Shivas Haar. Shiva ist Herr des Windes, der den feinstofflichen Atem repräsentiert.

König Bhageeratha wollte den Ganges vom Himmel zur Erde bringen, um den Seelen seiner verstorbenen Ahnen die Erlösung zu sichern. Dem König stellte sich dabei ein Problem. Die Kraft des machtvollen Stromes war zu groß, um direkt auf die Erde zu treffen. Der König benötigte eine Zwischenstation, um den Fall von der großen himmlischen Höhe abzumildern. Der König wandte sich an Shiva, der seine Hilfe zusagte. Shiva fing den vom Himmel fallenden Ganges in seinem filzartigen Haar auf und teilte den einen großen Strom in sieben auf. Diese sieben Ströme lenkte er dann von seinem Haar zur Erde. Der Ganges steht für wahre Selbsterkenntnis. Der gewöhnliche Mensch tut sich schwer, diese Erfahrung des höchsten Zustandes zu verstehen. Große Seelen wie Bhageeratha sind vonnöten, um den Menschen solches Verständnis zu vermitteln. Damit die Menschen jedoch von dem Strom der Erkenntnis profitieren können, muß die Stärke des Flusses bzw. der Erfahrung verkraftbar sein. Der Ganges reinigt alles, was mit ihm in Berührung kommt. Der Träger des Ganges wird zur Personifikation reinigender oder erlösender Eigenschaften.

Die so machtvolle Zeit, die durch den Halbmond dargestellt wird, ist für Shiva nicht mehr als ein Ornament. Mit dem Fluß der Zeit nimmt der Mond ab und zu. Shiva trägt den Mond auf seinem Kopf, was zeigt, daß er Herr über Zeit ist.

Das Tigerfell symbolisiert vollständige Meisterung von Ärger. Die Elefantenhaut, die er trägt, versinnbildlicht, daß alle animalischen Impulse unter Kontrolle gebracht werden können. So erhebt sich Shiva und meistert jegliche manifestierte Kraft.

Die zusammengerollte Schlange repräsentiert die Zeit und Kundalinienergie (Schlangenkraft). Shiva ist ein Meister von Zeit und Energie.

Shiva wird “Blauhals” (Nilakantha) genannt, weil er das Gift trank, das drohte, die Welt zu zerstören, als die Götter und Dämonen den Milchozean aufwühlten, um den Nektar zu gewinnen. Das Gift machte Halt in seinem Hals und blieb dort, wodurch die äußere Welt und auch Shiva selbst gerettet wurden. Aber das Gift färbte seinen Hals blau.

Die Schädelgirlande und die Asche auf Shivas Körper versinnbildlichen seine Rolle als Herr der Zerstörung. Dadurch werden auch die Zyklen des Auftauchens und Verschwindens von Menschenrassen dargestellt. Die Schädelgirlande steht auch für die Egos der Menschheit, die er zerstört hat.

Die Rolle Shivas

Mit seiner Kraft (Shakti), personifiziert als Göttin Kali, löst Shiva das Universum auf und zerstört Illusion und Unwissenheit. Interessanterweise wirkt Shivas Kraft der Zerstörung auch regenerierend.

Shiva repräsentiert das Ideal höchster Entsagung, die aus Gottverwirklichung entsteht. Shivas mächtige Trommel und göttlicher Tanz sind eine Quelle der Inspiration und drängen die Menschheit zu spiritueller Entfaltung und Vervollkommnung. Swami Vivekananda, ein sehr respektierter Swami Indiens, sagte über Shiva: “O Indien, vergiß nicht, daß der Gott, den du verehrst der große Asket der Asketen ist, der all-entsagende Shankara!”

Der Lingam, ein Symbol von Energie und Fortpflanzung, steht für Shivas Kraft der Zerstörung. Menschen beten zu Shiva für Produktivität und Wachstum. Er manifestiert alle Tugenden, sowie Kräfte und repräsentiert die Eigenschaft, die “Tamas” (Dunkelheit, Trägheit, Bewegungslosigkeit) genannt wird.

Linga bedeutet Symbol. Der Shiva-Linga symbolisiert Shiva mit Gestalt als auch in seinem formlosen Aspekt. Die Form des Lingas repräsentiert Shivas Gestalt.
Die Abwesenheit eines Kopfes und von Gliedmaßen weist auf seinen formlosen Aspekt. Shiva ist auch bekannt als eine Gestalt, die aus einem Linga hervorgeht (lingodbhavamurthi). Als Symbol steht der Linga in direkter Verbindung mit dem Absoluten. Er symbolisiert die Form von Licht und Kraft. Viele halten die Verehrung Shivas in Form eines Lingas für die beste.

Ein Shiva-Linga besteht aus drei Teilen. Der unterste Teil ist quadratisch, der mittlere achteckig, der dritte zylindrisch und erhebt sich über den Sockel. Der Shiva-Linga ist so angebracht, daß eine Hälfte in der Erde eingebettet liegt, während die andere über der Oberfläche verbleibt. Der über der Oberfläche erscheinende Teil repräsentiert die manifestierte sichtbare Welt der Vielfalt (Shakti). Die unter der Oberfläche sitzende Hälfte stellt die unsichtbare Grundlage dar, die die obere Hälfte trägt und die unmanifestierte höchste Realität (Shiva) symbolisiert.

Die verschiedenen Linga-Arten umfassen: das svayambhu-Linga, der natürlich entsteht; der bindu-Linga, auf den eine Person meditiert; der pratishta-Linga, der mit entsprechenden Mantren installiert wird; der Caram, auch Abhyatmika genannt und der duru-Linga, der Shiva selbst versinnbildlicht. Die Verehrung verschiedener Lingas bringt unterschiedliche Ergebnisse.

Die Manifestationsformen Shivas

Shiva manifestiert sich in unterschiedlicher Art und Weise. Er ist zwar jenseits von Namen und Formen, aber zu unserem Segen nimmt er zahllose Formen an. Er erscheint in furchteinflößenden Gestalten, aber auch in friedvollen, wohlwollenden, die Gnade und Wohltaten gewähren.

Die bekanntesten wohlwollenden Gestalten sind Nataraja, der Herr des Tanzes, Dakshinamurti, der Weltenlehrer, Ardhanarishvara, seine halb männliche/halb weibliche Gestalt, Panchanana, der mit den fünf Gesichtern und Mahayogi, der Herr des Yoga und der Yogis. Seine bekannteste schreckliche Gestalt ist Aghora Rudra.

Nataraja

Shiva, der Nataraja, steht in der Tanzkunst über all den Göttern; er ist Meister der 108 Tanzformen. Die heiligen Schriften beschreiben neun der Tanzarten des Nataraja als sehr berühmt. Das Nataraja-Bildnis zeigt Shiva mit vier Händen und zwei Beinen in Tanzposition stehend. Er hält eine Trommel (damaru) in der oberen rechten Hand und Feuer in seiner linken. Die untere rechte Hand befindet sich in der Stellung des “abhaya-Mudra” (schutzgebende Geste und Zeichen von Furchtlosigkeit). Die linke Hand weist auf den erhobenen linken Fuß. Sein linker Fuß steht auf dem Kriegsfisch-Dämon, Apasmara Purusha. In der Regel wird diese bildliche Darstellung von einem Feuerkreis umgeben. Shiva tanzt jeden Abend, um die Leiden von Geschöpfen zu lindern und um die Götter zu unterhalten, die sich am Kailash-Berg einfinden. Shivas Tanz symbolisiert einen unaufhörlichen Prozeß von Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung. Die Trommel repräsentiert den Schöpfungston und das Feuer (pralayagni) versinnbildlicht die Flammen, die am Zeitenende die Welt zerstören. Seine anderen zwei Hände, die Segen, Wohltaten und Schutz gewähren, wenden sich an die Anhängern und ermuntern sie, Schutz zu den Füßen des Herrn zu suchen. Wer sich vollständig überantwortet, hat nichts zu befürchten. Der Dämon, auf dem Shiva steht, symbolisiert die Unwissenheit, die uns unser Gleichgewicht und Bewußtheit verlieren läßt. Shivas Tanz führt uns zu einem Himmel der Seligkeit, in dem sich das Ego auflöst und wir Frieden finden. In seinem “Tandava”-Tanz zerstört Shiva den Dämon der Unwissenheit zum Wohle der Anhänger, die sich ihm ganz hingeben. In jedem Herzen tanzt er. Shivas Tanz repräsentiert den Herzschlag. Er wird auch “Chidamabaram” genannt, was heiliger Raum im Herzen bedeutet.

Dakshinamurti

Ein anderer Aspekt Shivas “Dakshinamurti” repräsentiert den Weltenlehrer. Eine der Eigenschaften, die Shiva verkörpert, ist Selbsterkenntnis (Jnana). Als Gott aller Studierenden, Gelehrten und Sucher der Weisheit und Erkenntnis, ist er das Modell eines perfekten Gurus.

Ardhanarisvara

Sein Aspekt als “Ardhanarisvara” stellt Shiva halb als Mann und halb als Frau dar. Seine linke oder weibliche Seite repräsentiert Parvati, seine Gemahlin. Dies Bild symbolisiert die bipolare Natur der Welt, die Gleichheit von Mann und Frau, sowie die Vereinigung von Shiva-Shakti, die zur geistigen Erleuchtung führt. Grundsätzlich ist die Natur der Welt bipolar. Alles existiert als Gegensatz(paare), charakterisiert durch zwei gegensätzliche Meinungen oder Naturen. Das Gegensatzprinzip findet hier seine Darstellung durch männlichen (purusha) und weiblichen (prakriti) Aspekt – Shiva und Shakti. Shivas Macht der Zerstörung verfügt über keine Kraft ohne etwas, das zerstört werden kann, wie die vergängliche Materie.

Panchanana

Eine machtvolle Gestalt Shivas, genannt “Panchanana” (der Fünfgesichtige), zeigt Shiva als den Höchsten – die Verkörperung und Quelle alle Götter. Sie bringt folgende fünf Aspekte Shivas zum Ausdruck: Isana (der Herrscher), Tatpurusa (der höchste Mensch), Aghora (ohne Furcht oder Furcht einflößend), Vamadeva (Gottheit der linken Hand) und Sadyojata (der sofort oder plötzlich Geborene).

Mahayogi

Als “Mahayogi” ist Shiva der Herr des Yoga und der Yogis, oft dargestellt in tiefer Meditation – eingetaucht die Freude der Glückseligkeit des eigenen Selbst.

Aghora Rudra

In seinem grimmigsten Aspekt erscheint Shiva als “Aghora Rudra”. Rudra enthält den wütenden, zerstörerischen Aspekt. Im Vishnu-Purana gibt Brahma Shiva sieben andere Namen: Bhava, Sarva, Ishan, Pashupati, Bhima, Ugra und Mahadev. Rudraksha-Perlen (Tränen Rudras) werden von Shivas Anhängern und Yogis als Malas um den Hals oder ums Handgelenk getragen.

Über Parvati

Sati wurde als Parvati wiedergeboren, Tochter von Himavan, Gott des Himalajas, und von Mena. Sie repräsentiert kosmische Energie (Prakriti oder Ur-Natur) und kann niemals von Shiva getrennt werden (Purusha oder gewußter Geist).

Als Mutter des Universums ist Parvati die göttliche Gemahlin Shivas. Sie repräsentiert auch die ideale Hindu-Frau aufgrund ihrer vollendeten Hingabe zu Shiva. Sie manifestiert sich in ihrer drastischen Form als Kali und Durga und in ihrer sanften Ausdrucksweise als Sati und Uma. Sie ist die Mutter Ganapatis und Karthikeyas.