Interview mit Madhukar



F: Kannst du dich daran erinnern, wann deine bewusste Suche begann,und hat sie ein Ende gefunden?

Madhukar : Ja, die Suche ist zu Ende. Irgendwann in der Jugend hatte ich angenommen, dass ich diese Freiheit, die ich bin, verloren hatte. Mit Religion und spirituellen Theorien konfrontiert, begann ich zu untersuchen: Was ist Wahrheit? Denn mir wurden Konzepte mit großer Macht als Wahrheiten aufgedrängt. Schon als Kind habe ich sie auf ihren Wahrheitsgehalt durchleuchtet. Damals hatte ich nur mein Herz als Maßstab. Wenn der Verstand mit Lehren und persönlichen Erfahrung gefüttert wird, speichert er diese Informationen wie ein Computer. Durch Fehlinformationen gelangen "Viren” ins System, und Verwirrung entsteht. Mit der Übertragung meines Meisters Papaji endete meine. Jetzt gibt es nichts mehr zu suchen.

F: In der letzten Zeit betonen einige Satsanglehrer die Gleichheit zwischen spirituell Erwachten und den Menschen, die sich selbst als Suchende sehen. Wie erlebst du deine Rolle während der Satsanggespräche?

Madhukar : Als Liebe.

F: Liebe ist offensichtlich, aber es wird auch eine Rolle gespielt.

Madhukar : Lass die Rollen rollen. Entscheidend ist doch, ob sie den Menschen dienen. Essentiell ist die Erkenntnis, dass es zwischen dir und mir keinen Unterschied gibt. Die Person ist dagegen leider identifiziert, von ihrer eigenen Prägungen begrenzt und von ihren Schwierigkeiten und individueller Macht und Ohnmacht überzeugt

F: Kann es einem Suchendem passieren, dass er oder sie in der ”falschen” Schule von Meistern festsitzt?

Madhukar: Warum sollte jemand am falschen Platz verweilen? Irgendetwas muss ihn dort festhalten. Jeder wird seinem Interesse entsprechend zu dem geführt, was ihm entspricht. Wem Freiheit nicht schmeckt, der bleibt nicht lange bei mir. Wer sich zu Übungen oder spirituellen Modellen hingezogen fühlt, für den ist die Einfachheit und Radikalität des Seins unattraktiv. Dem ist wohler bei der Idee, noch jahrelang üben zu müssen. Er flieht vor der Wahrheit von Freiheit - Hier und Jetzt! Für Einzelne ist diese Botschaft das größte Glück. Für andere ist sie der größte Schrecken. Lehrer mit einer großen Zahl von Schülern sind nicht unbedingt die wirkungsvollsten. Es gibt Meister mit wenigen Studenten, die Erwachen verbreiten. Es gab andere, die Zehntausende von Schülern angezogen haben, die aber durch diese Verbindung nicht frei wurden. Das ist ein Fakt. Deshalb sollte jeder überprüfen, ob die Verbindung mit dem Meister segensreich war und ihm Freiheit brachte. Es ist nicht erforderlich, seinen alten Meister zu verleugnen. Man kann in Dankbarkeit und Demut diese Verbindung ehren. Finde jedoch heraus, was jetzt notwendig ist, um wirklich Freiheit zu erlangen.

F: Du siehst dich in der Nachfolge von Ramana und Papaji. Gibt es auch andere Meister, die wichtig für dich waren?

Madhukar: Der wirkliche Meister ist nicht personifiziert. Der Meister ist und wirkt im Herzen von jedem Menschen. Es ist mir ein Anliegen nicht zu trennen zwischen diesem oder jenem Meister. Durch meine Freiheitsliebe wurde ich zu Papaji geführt, der Schüler des Weisen Ramana Maharshi. Davor hatte ich einen Meister des Dzogchen, der Essenzlehre des Tibetanischen Buddhismus, der auch heute noch lehrt: Namkai Norbu. Alle Meister sind gegenwärtig. Der wahre Meister erstrebt die Freiheit aller Menschen. Insbesondere derer, die zu ihm kommen. Der einzige Zweck meiner Meetings ist dir zu beweisen, dass du frei bist – Jetzt!

F: Kannst du erklären, was passiert, wenn dir jemand während der Satsanggespräche eine Frage stellt? Ich habe den Eindruck, dass deine Antwort gar nicht das Entscheidende ist, sondern dass alleine dadurch, dass du dem Fragendem deine Aufmerksamkeit zuwendest, etwas geschieht.

Madhukar: Genauso ist es! Wie du beobachtet hast, findet eine Übertragung unabhängig von den Worten statt. Aber wo Frage ist, soll auch Antwort sein

F: Welche innere Einstellung empfiehlst du den Teilnehmern deiner Meetings? Reicht es aus, sich einfach von der fühlbaren Stille berühren zu lassen?

Madhukar: Das ist das Beste. Die Stille ist die Basis von allem anderen. In dieser Stille findet alles statt. Für manche Menschen sind aber Worte wichtig, ein klärendes Gespräch, für andere ein scharfer philosophischer Disput, für den nächsten wirkt ein Blick oder eine Berührung. All dem unterliegt die Stille, deshalb ist sie das Kräftigste und Wirkungsvollste. Bist du einmal wirklich von der Stille des Meisters berührt worden, dann lässt du dich nicht mehr aus der Ruhe bringen, weil du erkannt hast: ”Ich bin die Stille, die mein Meister ist.”

F: Wenn Menschen sich begegnen und im anderen das eigene Selbst erkennen,dann fließen Liebe und Mitgefühl ganz natürlich. Was macht das Besondere aus in der Begegnung zwischen Mann und Frau?

Madhukar: Dass es Spaß macht. (Lachen) Diese Vereinigung von Mann und Frau beruht auf Anziehung. Da ist der tiefe Wunsch der Körper, der Herzen, auch des Geistes, eins zu sein, sich zu vereinen und aufzugehen. Für viele ist das der einzig mögliche Zugang zu Gott, Einswerdung mit deinem wahren Selbst. Manche bekommen zumindest einen Geschmack davon wie es ist, sich selbst zu verlieren, ist es auch nur für ein paar Momente. Die wahre Einheit jedoch, irrtümlich im Außen gesucht, ist in dir selbst. Deine Essenz ist eins! Sie ist Stille, göttlicher Spaß, Freude und Glückseligkeit.

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"Unabhängig von Deiner Persönlichkeit und äußeren Umständen gibt es in Dir eine unberührte, ewige Quelle der reinen Wahrheit. " (Madhukar)

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Relaxing into Self



Madhukar

Komm nach Haus ins Selbst

Namenlos formlos

Reine Schönheit

Verschmelze in Das

Wer du wirklich bist

Friedvoll stille Schönheit

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3 Kommentare zu “Relaxing into Self”
  1. # Anonymous Sina

    Danke!

    In tiefer Liebe,
    Sina  

  2. # Anonymous Anonym

    Wie wunderbar, so klar und so ergreifend. Wer könnte dieser Einladung widerstehen?

    Ich verneige mich voller Liebe vor dem Selbst.
    Renate  

  3. # Anonymous Dakini

    Jaaaaaaaaaaaa...... nach Hause ins Selbst

    Danke geliebter Madhukarji, geliebtes Selbst, es zerfließt mein Herz bei dieser Einladung

    In tiefer Liebe und Verehrung
    Dakini  

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Madhukar

Madhukar (Sanskrit, wörtlich übersetzt: „Geliebter, süß wie Honig“; * 4. November 1957 in Stuttgart) ist ein Advaita-Meister, Jnana-Yogi und Autor.

In Stuttgart aufgewachsen und früh religiös, arbeitete Madhukar nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften und Philosophie als TV-Journalist.

Sein Interesse an philosophischen und spirituellen Fragen führte ihn schon als jungen Mann für viele Jahre nach Asien. Nach einer Erleuchtungserfahrung in den Achtzigerjahren wurde er Yoga- und Meditationslehrer und Schüler des tantrisch-buddhistischen Dzogchen -Meisters Namkhai Norbu. Auf seiner spirituellen Suche reiste er zu Schamanen in Sibirien, Afrika und der Südsee, fand aber vorerst keine ihn zufriedenstellende Erkenntnis vom Wesen der Wirklichkeit.

1992, während eines Aufenthaltes in Indien, hörte er Berichte über den „Löwen von Lucknow“, den Guru H.W.L. Poonja, einen Schüler des indischen Weisen Ramana Maharshi, der die Botschaft des Advaita verkörperte.


Advaita -Vedanta (A-dvaita: nicht-zwei = „Nicht-Dualität“) ist die mystische Richtung des Hinduismus, eine monistische Philosophie (Monismus = alles ist eins), die in ihren Ursprüngen u.a. auf Shankara (788-820 n. Chr.) zurückgeht. Madhukar reiste zu Sri Poonja, von dem er seinen Namen bekam, und erwachte, erkannte also durch diesen Meister endgültig, „wer er wirklich ist“.

Zurück in Europa, vermittelt er seit 1997 die wesentlichen Aussagen des Advaita in öffentlichen Meetings, traditionell Satsang (aus Sat = Wahrheit und Sangha = Gemeinschaft) genannt. Seine liebevolle und radikale Klarheit ließ Madhukar – zusammen mit seiner modebewussten Erscheinung und der Vorliebe für populäre Musik und Fußball – zu einem modernen Guru und Repräsentanten des Advaita werden. Heute führt Madhukar die Meisterlinie Ramana Maharshi/H.W.L.Poonja weiter, indem er in den öffentlichen Meetings die Menschen ermutigt, sich konsequent auf die Frage: „Wer bin ich?“ auszurichten.

Während der in Stille und Dialogform stattfindenden Meetings werden neben spezifischen Lebensfragen vor allem philosophisch-psychologische Themen aufgeworfen und behandelt. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen nach der Konzeption unseres „Ichs“, der Existenz persönlicher Handlungs- und Willensfreiheit, der Beziehung zwischen Körper und Geist und der Erfahrbarkeit eines kosmischen Bewusstseins. Die wahrgenommene Realität wird egologisch hinterfragt und auf ihre Wahrhaftigkeit untersucht. Die Meetings sollen der Selbsterkenntnis und dem inneren Frieden dienen.

Als praktischer Philosoph schlägt Madhukar die Brücke von der Spiritualität zu modernen Wissenschaften wie den Neuro- und Kognitionswissenschaften, der Quantenphysik, der angewandten Philosophie und der Biologie. Madhukar hat seinen Wohnsitz in Amsterdam und verbringt die Wintermonate in Indien und Nepal.

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