Sai Baba von Shirdi

Dieser Artikel ist über Sai Baba von Shirdi, ein indischer Heiliger, der von Mitte des 19. bis zum frühen 20. Jahrhundert lebte. Andere Personen, die sich Sai Baba nennen, siehe unter Sai Baba.

Sai Baba von Shirdi (+ 15. Oktober 1918), auch bekannt als Shirdi Sai Baba, war ein indischer Guru, Yogi und Fakir, der von seinen hinduistischen und muslimischen Anhänger für einen Heiligen gehalten wird. Einige seiner hinduistischen Devotees glauben, dass er eine Inkarnation von Shiva oder Dattatreya war, und er wurde als Satguru und Inkarnation Kabirs angesehen.

Der Name ‚Sai Baba’ ist eine Kombination von persisch und indisch. Sāī (Sa'ih) ist der persische Begriff für „Heiliger“, womit üblicherweise islamische Asketen bezeichnet werden, und das Wort Bābā bedeutet „Vater“ und wird in den indischen Sprachen benutzt. Die Bezeichnung bezieht sich daher auf Sai Baba als “Heiliger Vater” oder “Frommer Vater”. Seine Abstammung, Angaben über seine Geburt und sein Leben vor dem sechzehnten Lebensjahr sind unbekannt, was zu einer Vielzahl von Spekulationen und Theorien führte, um seine Herkunft zu klären. In seinem Leben und in seinen Lehren versuchte er, Hinduismus und Islam in Einklang zu bringen: Sai Baba lebte in einer Moschee, wurde in einem Hindutempel bestattet, praktizierte hinduistische und muslimische Rituale und lehrte Wörter und Ziffern zu benutzen, die aus beiden Traditionen kamen. Eines seiner bekannten Epigramme sprechen von Gott als „Allah Malik“ („Gott ist Meister“).

Sai Baba lehrte einen Moralkodex der Liebe, Vergebung, der Hilfe für andere, Nächstenliebe, Zufriedenheit, innerer Friede, Hingabe an Gott und Guru. Seine Philosophie war Advaita Vedanta und seine Lehren enthielten Elemente beider Schulen, Bhakti wie auch Islam.
Sai Baba ist nach wie vor ein berühmter Heiliger. Verehrt wird er hauptsächlich in Maharashtra, im südlichen Gujarat, Andhra Pradesh und Karnataka. Die Frage nach seiner hinduistischen oder muslimischen Herkunft ist nach wie vor ein Thema. Er wird auch von etlichen namhaften Religionsführer des Hinduismus und Sufismus verehrt. Einige seiner Schüler erlangten Berühmtheit als Spirituelle und Heilige.


Biografie


Hintergrund

Obwohl Sai Babas Herkunft unbekannt ist, gibt es Hinweise darauf, dass sein Geburtsort nicht weit von Shirdi lag. Genealogische Geschichtsforschungen in Shirdi unterstützen die Theorie, dass Baba dort unter dem Namen Haribhau Bhusari geboren sein könnte. Baba war bekannt dafür, auf Fragen nach seiner Herkunft vage, irreführende und widersprüchliche Antworten zu geben, schroff zu sagen, diese Information sei unwichtig. Zu einem nahen Anhänger, Mhalsapati, soll er gesagt haben, dass seine Eltern Brahmanen waren, er in dem Dorf Pathri geboren und in frühem Kindesalter der Obhut eines Fakirs anvertraut wurde. Bei einer anderen Gelegenheit ließ Baba verlauten, die Frau des Fakirs habe ihn der Fürsorge eines Hindu Gurus überlassen, Venkusa von Selu, und dass er zwölf Jahre als dessen Schüler bei Venkusa geblieben sei. Diese Dichotomie gab Anlass zu zwei Haupttheorien hinsichtlich Babas Hintergrund, wobei die Mehrheit der Biografen den hinduistischen über den islamischen stellt, während andere beide Theorien kombinieren (dass Sai Baba zuerst von einem Fakir aufgezogen wurde und dann von einem Guru).

Es heißt, Babas Ankunft in dem Dorf Shirdi im Ahmednagar Distrikt von Maharashtra, Indien, erfolgte, als er ungefähr sechzehn Jahre alt war. Obwohl es keine Übereinstimmung der Biografen hinsichtlich des Datums dieses Ereignisses gibt, stimmt man generell überein, dass Baba drei Jahre in Shirdi blieb, für ein Jahr verschwand, und dann ungefähr 1858 zurückkehrte und dort geblieben ist, was als mögliches Geburtsjahr auf 1838 schließen lässt. Er führte ein asketisches Leben, saß regungslos in einer Asana unter einem Neembaum und meditierte. Die Sai Satcharita erzählt von den Reaktionen der Dorfbewohner: „Die Menschen des Dorfes waren sehr verwundert darüber, dass ein solch junger Burschen eine derart harte Buße praktiziert, Hitze und Kälte außer Acht lassend. Am Tage schloss er sich niemanden an, bei Nacht fürchtete er niemanden.“ Seine Anwesenheit zog die Neugierde der Dorfbewohner an, und religiös ausgerichtete Menschen wie Mhalsapati, Appa Jogle und Kashinatha besuchten ihn regelmäßig, während andere wie zum Beispiel die Dorfkinder ihn für verrückt hielten und Steine nach ihm warfen. Nach einiger Zeit verließ er das Dorf und es ist nicht bekannt, wo er sich in dieser Zeit aufhielt oder was sich ereignete. Es gibt einige Hinweise, dass er sich mit vielen Heiligen und Fakiren getroffen und als Weber gearbeitet hat. Er behauptete, er habe in der Armee von Rani Lakshmibai von Jhansi während der indischen Rebellion 1857 gekämpft.


Das Leben in Shirdi


Shirdi Sai Baba sitzt vor seiner Moschee.1858 kehrte Sai Baba zurück nach Shirdi mit Chand Patil's Hochzeitsprozession. Nach der Ankunft nahe dem Khandoba Tempel wurde er von dem Tempelpriester Mhalsapati mit den Worten begrüßt: „Ya Sai“ (Willkommen Heiliger). Der Name Sai blieb an ihm haften und einige Zeit später wurde er unter dem Namen Sai Baba bekannt. Um diese Zeit begann er, sich in seinem berühmten Stil zu kleiden, der aus einem knielangen einteiligen Gewand (Kafni) bestand und einer Kopfbedeckung aus Tuch. Ramgir Bua, ein Devotee, bezeugte, dass Baba wie ein Athlet gekleidet war, als er in Shirdi ankam, seine Haare bis zu seinem Gesäß reichten, und er nie seinen Kopf rasierte. Nur einmal nach einem verwirkten Ringkampf mit einem Mohdin Tamboli nahm Baba den Kafni und die Kopfbedeckung ab, typische Sufi Kleidungsstücke. Diese Kleidung trug dazu bei, dass Baba für einen moslemischen Fakir gehalten wurde und war der Grund für die anfängliche Gleichgültigkeit und Anfeindungen gegen ihn in einem Dorf mit vorwiegend hinduistischen Einwohnern. Gemäß den Aussagen von B. V. Narasimhaswami, einem postumen Anhänger, weit gepriesen als Sai Babas „Apostel“, war dies die überwiegende Gesinnung sogar unter einigen seiner Devotees in Shirdi, sogar bis zum Jahr 1954.

Baba lebte vier bis fünf Jahre unter dem Neembaum. Oft wanderte er lange durch den Dschungel in und um Shirdi. Sein Verhalten galt als zurückgezogen und unkommunikativ, wenn er seine langen Meditationsperioden hatte. Schließlich konnte er überredet werden, in eine alte verfallene Masjid zu ziehen, in der er alleine für sich lebte. Er überlebte durch Betteln um Almosen und den Empfang umherziehender Hindus oder Moslems. In der Moschee unterhielt er ein heiliges Feuer, das als Dhuni bezeichnet wird. Es war seine Gepflogenheit, seinen Gästen davon heilige Asche (‚Udhi’) mitzugeben, bevor sie ihn wieder verließen. Diese galt als heilkräftig und als Schutz vor Gefahr. Zunächst verrichtete er die Funktion eines örtlichen Hakim und behandelte die Kranken durch die Anwendung des Udhi. Baba gab seinen Besuchern auch spirituellen Unterricht, er empfahl das Lesen heiliger Hindutexte zusammen mit dem Koran. Vor allem verwies er auf die Unentbehrlichkeit der ununterbrochenen Erinnerung des Namen Gottes (Dhikr, Japa). Er drückte sich oft rätselhaft in Gleichnissen, Symbolen und Allegorien aus. Er nahm an religiösen Festen teil, auch bereitete er Mahlzeiten für seine Besucher zu, die er dann unter ihnen als Prasad verteilte. Sai Babas Unterhaltung war Tanzen und das Singen religiöser Lieder (am besten gefielen ihm die Lieder von Kabir). Sein Verhalten war manchmal grob und heftig.

Nach 1910 begann sich Sai Babas Ruhm in Mumbai auszubreiten. Viele Menschen kamen zu ihm, weil sie ihn für einen Heiligen hielten (oder sogar für einen Avatar) mit der Kraft Wunder zu wirken. Sai Baba ging in Mahasamadhi ein am 15. Oktober 1918 um 2:30 Uhr nachmittags. Er starb im Schoße eines seiner Devotees mit kaum einem Besitztum, und er wurde gemäß seines Wunsches in der „Buty Wada“ begraben. Später wurde dort eine Mandir erbaut, bekannt als die „Samadhi Mandir“.


Namhafte Schüler


Sai Baba hinterließ keine spirituellen Erben und salbte keine Schüler. Er gab auch keine formelle Initiation. Er gehörte allen gleichermaßen, und alle gehörten gleichermaßen ihm. Manche seiner Schüler erreichten spirituellen Ruhm wie Upasni Maharaj von Sakori und Meher Baba von Ahmednagar. Nach Sai Babas Dahinscheiden boten seine Devotees das tägliche Aarti Upasani Maharaj dar, er besuchte Shirdi zweimal in einem Zeitabstand von zehn Jahren.


Lehre und Praktiken

Shirdi Sai Baba, gegen die Mauer seiner Masjid gelehnt, mit Devotees. Sai Baba vollzog Verehrungspraktiken des Hinduismus und Islam, er vermied jegliche Art regulärer Rituale, erlaubte jedoch die Ausübung von Namaz, das Chanten von Al-Fatiha und das Lesen des Koran zu muslimischen Festlichkeiten. Gelegentlich rezitierte er Al-Fatiha selbst. Auch hörte er gerne Moulu und Qawwali zusammen mit Tabla und Sarangi zweimal täglich. Er trug Kleidung, die an einen Sufi Fakir erinnerten. Sai Baba war gegen jegliche Art von Verfolgung aus religiösen und Kasten Gründen (zu seinen Lebzeiten waren religiöse Intoleranz und Konflikte an der Tagesordnung).

Sai Baba war ein Gegner religiöser Orthodoxie – von beidem, Hinduismus wie auch Islam. Obwohl Sai Baba selbst ein asketisches Leben führte, riet er seinen Anhänger, ein gewöhnliches Familienleben zu führen.
Sai Baba ermunterte seine Devotees zum Beten, Gottes Namen zu chanten und heilige Schriften zu lesen – er sagte Moslems, sie sollen den Koran studieren, und Hindus empfahl er Schriften wie Ramayana, Vishnu Sahasranam, Bhagavad Gita (und die dazugehörigen Kommentare), Yoga Vasistha. Er empfahl seinen Devotees und Anhänger ein moralisches Leben, anderen zu helfen, sie mit Liebe zu behandeln, und wichtige Charaktereigenschaften zu entwickeln: Vertrauen (Shraddha) und Geduld (Saburi). Er kritisierte Atheismus. In seinen Lehren betonte Sai Baba die Wichtigkeit, seine Pflichten ohne Anhaftung an weltliche Dinge auszuführen und stets zufrieden zu sein ungeachtet der jeweiligen Situation.

Sai Baba interpretierte auch religiöse Texte beider Religionen, über die er gemäß den Aussagen der Menschen, die mit ihm zusammen waren, ein fundiertes Wissen besaß. Er erklärte die Bedeutung der Hindu Schriften im Sinne von Advaita Vedanta. Das war die Natur seiner Philosophie. Sie enthielt auch zahlreiche Bhakti Elemente. In seinen Lehren waren die drei spirituellen Hauptpfade des Hinduismus – Bhakti Yoga, Jnana Yoga und Karma Yoga – erkennbar. Ein weiteres Beispiel für die Art und Weise, wie er beide Religionen miteinander verband, ist der Hindu Name, den er seiner Moschee gab: Dwarakamai.

Sai Baba sagte, Gott durchdringt alles und lebt in jedem Wesen und ist gleichwohl die Essenz eines jeden von ihnen. Er betonte das totale Einssein Gottes, was sehr nahe dem islamischen Tawhid und den hinduistischen Lehren ist, zum Beispiel den Upanischaden. Sai Baba sagte, dass die Welt und alles, was das Menschliche geben mag, vergänglich ist, nur Gott und seine Gaben sind ewig. Auch betonte er die Wichtigkeit der Hingabe zu Gott – Bhakti – und sich seinem Willen hinzugeben. Er sprach auch über die Bedeutsamkeit von Vertrauen und Hingabe an den spirituellen Gebieter (Guru). Er sage, jeder sei die Seele und nicht der Körper. Er riet seinen Schülern und Anhänger, die negativen Charaktereigenschaften zu überwinden und die guten zu entwickeln. Er lehrte sie, dass alles Schicksal vorbestimmt sei von Karma.

Sai Baba hinterließ keine schriftlichen Werke. Seine Lehren waren mündlicher Art, in der für ihn typischen Weise kurz, mehr prägnante Aussagen als ausführliche Reden. Sai bat seine Anhänger um Geld (Dakshina), das er am gleichen Tag an die Armen und an andere Devotees weitergab, den Rest gab er aus für Zündhölzer. Seinen Anhängern zufolge tat er dies, um sie von Habgier und materieller Anhaftung zu befreien.

Sai förderte Wohltätigkeit und die Wichtigkeit, mit anderen zu teilen. Er sagte: „Sofern nicht eine Art Beziehung oder Verbindung da ist, geht niemand irgendwo hin. Kommt gleich welcher Mensch oder Kreaturen zu dir, vertreibe sie nicht unhöflich, sondern empfange sie gut und behandle sie mit dem gebotenen Respekt. Shri Hari (Gott) wird gewiss erfreut sein, wenn du dein Wasser den Durstigen gibst, Brot den Hungrigen, Kleidung den Unverhüllten und deine Veranda den Fremden zum Sitzen und Rasten. Möchte jemand Geld von dir und du bist nicht geneigt welches zu geben, dann gib nichts, aber belle ihn nicht an wie einen Hund.“ Andere bevorzugte Reden von ihm waren: „Warum fürchtest du dich, wenn ich hier bin?“, „Er hat keinen Anfang ... Er hat kein Ende.“ Sai Baba machte seinen Devotees elf Zusicherungen:

1. Wer auch immer seine Füße auf den Boden von Shirdi setzt, dessen Leiden wird beendet sein.

2. Die Elenden und Unglücklichen werden zur Freude und zum Glück aufsteigen, sobald sie die Stufen zu meinem Samadhi erklimmen.

3. Ich werde immer aktiv und kraftvoll sein, auch nach dem Verlassen dieses weltlichen Körpers.

4. Mein Grabmal wird segnen und zu den Sorgen und Nöten meiner Devotees sprechen.

5. Ich werde aktiv und kraftvoll sein, sogar von meinem Grabmal aus.

6. Meine sterblichen Überreste werden von meinem Grabmal aus sprechen.

7. Ich lebe ewig um allen zu helfen und zu leiten, die zu mir kommen, die sich mir hingeben und Zuflucht in mir suchen.

8. Wenn du auf mich schaust, schaue ich auf dich.

9. Wenn du deine Last mir überwirfst, werde ich sie fürwahr tragen.

10. Wenn du meinen Rat und Hilfe suchst, soll sie dir sofort gegeben werden.

11. Es soll kein Mangel sein im Haus meines Devotees.

Verehrung und Devotees

Die Shirdi Sai Bewegung begann im 19. Jahrhundert, als Sai Baba in Shirdi lebte. Ein lokaler Khandoba Priester – Mhalsapathy – soll sein erster Devotee gewesen sein. Im 19. Jahrhundert waren Sai Babas Anhänger nur eine kleine Gruppe von Shirdi Einwohner und einige Leute von anderen Teilen Indiens. Die Entwicklung begann im 20. Jahrhundert und noch schneller 1910, als Sankirtans von Das Ganu (einer Sai Babas Devotees) dessen Ruhm in ganz Indien ausbreitete. Seit 1910 kommen zahlreiche Hindus und Moslems von allen Teilen Indiens nach Shirdi. Während seiner Lebzeiten verehrten ihn die Hindus mit hinduistischen Ritualen, und Moslems verehrten ihn zutiefst als Heiligen. Später (in den letzten Jahren seines Lebens) begannen auch Christen und Zoroastrier, sich der Shirdi Sai Bewegung anzuschließen.

Die Sai Baba Mandir in Shirdi ist aktiv und jeden Tag findet darin die Verehrung Sai Babas statt. Shirdi wird täglich von Pilgern besucht. Besonders verehrt und angebetet wird Shirdi Baba in dem Staat Maharashtra. Dort ist eine religiöse Organisation von Sai Baba Devotees mit dem Namen Shri Saibaba Sansthan Trust ansässig.

Die Devotees von Shirdi Sai Baba sind über ganz Indien verbreitet. Der ‚Gale Encyclopedia of Religion’ zufolge gibt es mindestens eine Sai Baba Mandir in fast jeder indischen Stadt. Sai Baba ist sehr populär in Indien. Einige gewöhnliche, nichtreligiöse Verlagshäuser (wie zum Beispiel Sterling Publishers) haben Bücher über Shirdi Sai herausgegeben, die von seinen Devotees geschrieben wurden. Shirdi ist einer der am meisten besuchten hinduistischen Wallfahrtsorte. Die Shirdi Sai Baba Bewegung ist teilweise organisiert. Nur ein Teil seiner Anhänger und Devotees gehören zu der Shri Saibaba Sansthan oder anderen religiösen Organisationen, die ihn verehren.

Über Indien hinaus hat sich die Shirdi Sai Bewegung unter anderem in den U.S. und in der Karibik verbreitet. Sai Baba Mandirs und Organisationen seiner Devotees befinden sich in Australien, Malaysia, Singapur und in den USA. Die Shirdi Sai Baba Bewegung ist eine der größten hinduistischen religiösen Bewegungen in den Englisch sprechenden Ländern. Schätzungen zufolge wird die Sai Mandir in Shirdi täglich von ca. zwanzigtausend Pilgern besucht, während religiöser Festlichkeiten erhöht sich die Zahl auf hunderttausend.


Wunder

Die Millionen Schüler, Anhänger und Devotees von Sai Baba glauben, dass er viele Wunder gewirkt hat. Einige davon waren: an zwei verschiedenen Orten zur gleichen Zeit sein, Exorzismus, das Heilen von unheilbar Kranken, Devotees in Not auf wundertätige Weise helfen, das Lesen der Gedanken anderer. Viele Einwohner Shirdis sprachen über diese Wunder. Einige von ihnen schrieben darüber sogar in Bücher. Sie erzählten und schrieben darüber, wie sie (und andere) Zeugen seiner ungewöhnlichen yogischen Kräfte waren: Levitation, sich nach Belieben in den Zustand des klinischen Todes versetzen, sogar das Entfernen seiner Gliedmaßen und Wiedereinsetzen in den Körper (Khanda Yoga), dasselbe mit seinen Eingeweiden.

Seinen Anhängern zufolge erschien er ihnen nach seinem Tod in Träumen, Visionen und sogar körperlich, wobei er Ihnen oft Ratschläge erteilte. Mit festem Vertrauen lassen sich Wunder von Sai Baba hervorrufen. Jeder seiner Devotees hat viele Geschichten und Erfahrungen zu erzählen.


Historische Quellen


Biografen von Sai Baba von Shirdi (z.B. Govindrao Ragulnath Dabholkar, Acharya Ekkirala Bharadwaja, Smriti Srinivas, Antonio Rigopolous) stützen sich darauf, was Menschen sagten und niederschrieben, die Sai Baba kannten. Eine weitere Quelle ist das Shirdi Tagebuch, geschrieben von Ganesha Shrikrishna Khaparde, das jeden Tag beschreibt, an dem der Autor in Shirdi war. Schlussfolgerungen bei Spekulationen über die unbekannten Abschnitte des Lebens von Sai Baba basieren hauptsächlich auf seinen eigenen Worten.

Die wichtigste Quelle hinsichtlich Sai Babas Leben ist die ‚Shri Sai Satcharita’, geschrieben 1916 in Marathi von Govindrao Ragulnath Dabholkar (ins Englische übersetzt von Nagesh Vasudevanand Gunaji mit dem englischen Titel ‚Shri Sai Satcharitra’), dem Sai Baba den Spitznamen Hemadpant gab. Dies ist eine Beschreibung seines Lebens, seiner Lehren und Wunder. Andere bekannte Quellen über Sai Baba sind die Bücher von B. V. Narasimhaswamiji, z. B. ‚Sri Sai Baba’s Charters and Sayings’ oder ‚Devotee’s Experiences of Sai Baba’. ‚Sri Sai Baba and His Teachings’ von Acharya Ekkirala Bharadwaja ist eine fundierte Studie von Sai Babas täglichem Leben und seinen Aktivitäten.


In verschiedenen Religionen

Hinduismus


Zu Sai Babas Lebzeiten erklärte ihn der Hindu Heilige Anandanath von Yewala zum "[spirituellen] Diamant". Ein anderer Heiliger, Gangagir, nannte ihn einen [spirituellen] Juwel. Sri Beedkar Maharaj verehrte Sai Baba zutiefst, und als er ihn 1873 traf, verlieh er ihm den Titel Jagatguru. Ebenso zutiefst respektiert wurde Sai Baba von Vasudevananda Saraswati (bekannt als Tembye Swami). Sai of Shirdi wurde ebenso verehrt von einer Gruppe Shaivic Yogis, denen er zugehörig war, bekannt als Nath-Panchayat. Swami Kaleshwar verehrt Sai Baba öffentlich und behandelt ihn als großen Heiligen und seinen eigenen Guru. Für Sathya Sai Baba ist er ein Avatar und seine vorherige Reinkarnation.



Andere Religionen


In der islamischen Kultur erscheint die Person Sai Baba hauptsächlich im Sufismus. Meher Baba erklärte Baba zu einem Qutub-e-Irshad – dem höchsten der fünf Qutubs. Baba wird auch von prominenten Zoroastrier verehrt wie zum Beispiel Nanabhoy Palkhivala und Homi Bhabha und gilt als die populärste nicht-zoroatrianische religiöse Figur, die die Aufmerksamkeit der Zoroastrianer auf sich zog.


In der Kultur

Sakrale Kunst und Architektur

In fast jeder größeren Stadt Indiens gibt es mindestens einen Sai Baba Tempel. Es gibt sogar einige in Städten außerhalb Indiens. In der Moschee in Shirdi, in der Sai Baba lebte, gibt es ein lebensgroßes Portrait von ihm, angefertigt von Shama Rao Jaykar, ein Künstler aus Mumbai. Es wurden zahlreiche Monumente und Statuen mit der Darstellung Sai Babas angefertigt, die religiösen Zwecken dienen. Eine davon, aus Marmor, von einem Bildhauer namens Talim, befindet sich in der Samadhi Mandir in Shirdi, wo Sai Baba bestattet wurde. In Sai Baba Mandirs spielen seine Devotees vielerlei Art religiöser Devotionmusik, wie zum Beispiel Arati.

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